Kinder seit gemütlich
Im fernen Südwest-Afrika
Steh'n unsre Truppen lange da,
Kommen immer Neue hin.
Der Hendrik Witbooi ist zwar tot,
Doch trotzdem ham wir unsre Not
In jenem Lande drinn.
Ich dächt' gerecht,
Wenn man mal jemand rüberbringt,
der sanft und milde zu den Wilden,
Wie so'nen Vater singt:
Kinder seid gemütlich
Macht doch keinen Streit,
Euer Blut wallt südlich
Weil ihr Schwarze seid.
Wir sind Weiß - doch wartet-
Ändert sich geschwind,
Denn ihr Ärgert uns noch
bis wir schwarz geworden sind.
Die Sozialisten unter sich,
Sind manchmal gar nicht brüderlich,
Sie streiten hin und her.
Der Mehring greift den Bebel an,
Der Bebel sagt zum Mehring dann
"Du bist zu ördinär"
So gehts, so stehts
Sie lassen nie das Streiten sein,
Der Vollmar der vernünftig ist,
Der singt jahraus, jahrein:
Kinder seid gemütlich
Macht doch keenen Streit,
Seid nach Außen friedlich,
weil ihr Brüder seid.
Wenn ihr euch begegnet,
dann sagt "Gott sei dank",
Heimlich könnt' ihr denken
"Ach, rutsch mir nen Buckel lang!"
Viel Herren voller Intelligenz,
Sind zur Marokko-Konferenz,
Jetzt in Algeciras (Alge-tschi-ras)
Aus allen Ländern kam' sie her,
Dort sitzen sie nun sorgenschwer
Und reden dies und das.
Man frägt, man hegt
Die Politik "Der off'nen Tür"
Der Sultan von Marokko
aber singt dort voll Plaisir:
Kinder seid gemütlich
Macht doch keinen Streit,
Einigt euch doch gütlich
Und genießt die Zeit,
Kommt in meinen Harem,
Einigt euch bei mir,
Dann pfeifft ihr auf die Politik,
Und habt 'ne off'ne Tür!
Jetzt herrscht 'ne allgemeine Not,
durch die infame Schweinenot,
Kommt mancher auf den Hund.
Das Fleisch das ist jetzt riesig knapp,
Die Leute magern alle ab -
Mir fehl'n schon 20 Pfund.
Doch jetzt, zuletzt
Bracht ich ein neues Mittel raus,
Ich lebe vegetaaarisch
Und ruf voll Freuden aus:
Kinder seid gemütlich
Macht doch keenen Streit,
Obst schmeckt appetitlich,
Das gibts weit und breit.
Lauft nicht nach dem Fleisch,
Denn grade nach dem Obst
Mensch bedenkt da loofste
Noch mehr als wie du gloobst.