Loblied auf die Frauen von heute


1. Die Frau'n waren schon immer sehr kapriziös,
war'n niemals beständig, war'n immer nervös,
ging'n stets nach der Mode, stets wechselten sie,
aber so, wie sie heut sind, so war'n sie noch nie.

2. So'n Bräut'gam von heute, der ist sehr vergnügt,
der sieht ihre Beine, der weiß, was er kriegt.
WIR sah'n nicht's, wir tappten im Dunkeln herum,
und war'n sie nicht g'rade, dann nahm'n wir sie krumm.

3. Wenn Dam'n heute ausgeh'n, wohin es auch sei,
dann trag'n sie sich duftig und offen und frei,
ihr Negligé tragen sie geschlossen zu Haus,
bloß wenn sie sich anzieh'n, dann zieh'n sie sich aus.

4. Die Damen schwärm'n für Linie, woll'n schlank sein wie'n Aal,
doch drückt man sie kräftig, umarmt man sie mal,
dann bricht so 'ne Linie mittendurch wie ein Pfahl
und in jeder Hand hab'n wir ein halbes Lineal.

5. Die Frau'n trag'n viel Kleider, die Kosten trag'n /wir./
Früh'r trug'n sie sie lang und wir zahlten dafür,//
heut trag'n sie sie kurz, das macht auch kein Pläsier,
denn sie trag'n auch die kurzen nicht länger als früh'r.

6. Die Dam'n trag'n ihr Röckchen so kurz wie noch nie,
das rutscht, wenn sie sitzen, hoch über das Knie.
Dann streifen sie's runter mit zücht'gem Gesicht,
ja, tragt doch ein /läng/'/res, /dann braucht ihr das nicht.

7. Die Dam'n schwärm'n für Sport, schaffen Kraft sich und Mut,
's macht manche zu schlank und das kleidet nicht gut.
Vom Mut in der Brust spricht sie siegesbewußt,
doch der Mut, der ist oft viel zu groß für die Brust.

8. 'ne Frau braucht nicht dick sein, aber mollig "geschweift".
Man will doch was fühlen,/ /wenn man sie "begreift".
Ich begreif' keine Mag're, die laß ich in Ruh -
man kauft doch das Fleisch und die Knochen gibt's zu.

9. Die Damen von heut wissen selber nicht mehr,
sind sie nun 'ne "Sie" oder sind sie ein "Er".
Ja selbst vor zwei Tür'n bleib'n sie unschlüssig stehn:
"Für Damen", "Für Herren" - wohin soll'n sie gehn?

10. Die Frau'n woll'n regieren - zu diesem Behuf
verdräng'n sie den Mann bald aus jedem Beruf.
Manche lern'n sogar koch'n, doch das glaube ich nicht,
denn ein gutes Gericht/ /ist ein böses Gerücht/./


11. Die Frau'n woll'n am liebsten uns gänzlich besieg'n,
SIE woll'n keine Kinder -- der Mann soll sie krieg'n.
Doch da gibt's 'nen Vogel, der zwingt sie ins Joch,
da gibt's kein Gemogel -- der Storch kennt sie doch.

12. Die meisten Frauen woll'n überhaupt keinen Mann,
woll'n selber ein Mann sein, nun streng'n sie sich an.
Sie woll'n gleiche Rechte wie's Mannesgeschlecht,
aber kommt mal der rechte, verlier'n sie ihr Recht.

13. Dann geht so ein Zucken durch Seele und Leib,
das ewige, weibliche, ewige Weib --
was nützt da die Jacke, die schmeißen sie raus,
was nützt da die Hose, da zieh'n sie sie aus.

14. Und dann kommt der Schluß -- und der Schluß ist so echt,
so schön und so alt wie das Menschengeschlecht.
Woll'n Großes erreichen, hab'n Kleines im Schoß
und g'rad durch das Kleine, da werden sie groß.

15. Dann schaut sie IHR'M Bubi SEIN'N Bubikopf an,
vergißt ihren EIGNEN, dann küßt sie den Mann,
dann ist eine Frau, eine Mutter sie nur
und DANN ist sie die Schönste, dann siegt die Natur.

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