Streik-Couplet
1. Wo man hinschaut heute
streiken viele Leute
Ja der Streik ist modern.
Durch das Streiken von verschied’nen Leuten
kommt man sehr oft in Verlegenheiten,
so zum Beispiel, wenn die Musik streiken würde,
könnt’ mir gar nichts geling’n
da könnt’ ich im Grammophon hier
das Lied jetzt nicht sing’n.
2. Wenn die Metzger streiken,
wenn die Metzger streiken,
na das wär nicht so schlimm.
Denn da geh’n zum Bäcker wir indessen
da wird das Brot mal ohne Wurscht gegessen.
Und wenn die Bäcker streiken, wenn die Bäcker streiken
leid’n wir auch keine Not:
Da geh’n wir einfach zum Metzger
und ess’n de Wurscht ohne Brot!
3. Wenn die Tischler streiken,
wenn die Tischler streiken,
ach das wär’ doch nicht fein,
denn da könn’n wir uns vor Not nicht retten,
haben keine Tische, keine Betten.
Ohne Tische, ohne Betten
da wohnt sich’s nicht nett
denn man trennt sich nicht gerne
von Tisch und von Bett…
4. Wenn die Schneider streiken,
wenn die Schneider streiken,
ach das wär’ ein Malheur,
denn da komm’n wir alle aus dem Schneider,
uns’re Frauen tragen keine Kleider.
Ohne Kleider zu gehen,
da genier’n sie sich sehr,
und wenn wir sie so sehen,
wir genier’n uns noch mehr
5. Wenn die Droschkenkutscher
einmal streiken würden,
ach das wär doch fatal!
Dann sind auf der Straße keine Pferde,
jeder Sperling schaut betrübt zur Erde.
Und er sucht was und er find’t nichts
und das Essen wird knapp,
denn so’n Auto, das stinkt bloß,
aber’s wirft ihm nischt ab.
6. Wenn die Lehrer streiken,
wenn die Lehrer streiken,
ach das wär’ doch nicht fein.
Zwar die kleinen Kinder dürfen lachen,
sie brauchen keine Schularbeiten machen.
Aber die Lehrer, die verlieren
ihr Gehalt bei dem Streit.
Na da hab’n sie schließlich auch nicht
viel wen’ger als heut’…
7. Wenn die Soldaten streiken,
die Soldaten streiken,
ach das wär doch nicht fein.
Dann verdirbt die Köchin uns den Braten
in der Küche fehl’n ihr die Soldaten.
Und wenn die Leutnants streiken, sind die Backfische
den Wahnsinnen nah’.
Schließlich streiken noch die Generäle
und der Generalstreik ist da.
8. Wenn die Mägde streiken,
wenn die Mägde streiken,
das wär’s größte Malheur.
Denn dann müssen uns’re Frau’n sich plagen,
Betten machen und die Eimer tragen.
Sie kochen selber das Essen,
das fällt mancher recht schwer,
und wir, wir müssen’s fressen –
das ist das größte Malheur!